Würzburg, Freitag, 13. Februar 2026 22:56:33

Magnetische Stürme in Würzburg

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Prognose für die aktuelle Zeit 21:56 13. Februar 2026

Null Aktivität
2.0 / 9

Magnetischer Sturm Vorhersage für 4 Tage

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
13 Fr. 2 1
14 Sa 3 3 2 3 2 3 3 4
15 ws 3 4 3 3 4 5 3 5
16 Mo 5

Magnetsturm-Skala

> 0
Null Aktivität
> 3
Kleine Störungen
> 5
Schwacher Sturm
> 6
Mäßiger Sturm
> 7
Starker Sturm
> 8
Sonnensturm
9
Extremer Sonnensturm

Sonnenaktivität in der vergangenen Woche

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 Fr. 1 2 2 3 4 4 4 3
07 Sa 4 3 3 3 2 3 3 4
08 ws 3 2 1 1 1 1 2 3
09 Mo 3 1 2 1 2 2 1 2
10 Di 1 1 1 3 2 2 3 4
11 fr 4 3 3 3 2 3 3 4
12 Do 3 3 2 3 1 3 1 2
13 Fr. 4 2 3 2 2 3

Magnetischer Sturmvorhersage für den Monat

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 0.7 1.7 2 3 3.7 4.3 4 3.3
07 3.7 3.3 3.3 2.7 2 2.7 2.7 3.7
08 2.7 2.3 1 1.3 1 1 2 3
09 2.7 1.3 1.7 1.3 1.7 2 1 2
10 1 0.7 1 2.7 2 1.7 2.7 4.3
11 4 3.3 3 3 2.3 3.3 3.3 4
12 2.7 2.7 2 2.7 1.3 2.7 1.3 1.7
13 4 2 2.7 2.3 1.7 3 2 1
14 3 2.7 2 2.7 2 2.7 2.7 3.7
15 2.7 4.3 2.7 3.3 4.3 4.7 3.3 4.7
16 4.7

Geomagnetische phänomene und ihre ursachen

Definition magnetischer stürme

Magnetische Stürme repräsentieren intensive, aber temporäre Störungen des Erdmagnetfeldes. Diese Phänomene entstehen primär durch die Wechselwirkung von energiereichen Partikelströmen und magnetischen Feldern der Sonne mit der irdischen Magnetosphäre. Die dabei induzierten Veränderungen der Feldstärke können weitreichende Auswirkungen auf technologische Systeme und in geringerem Maße auch auf biologische Organismen haben.

Die zugrundeliegenden solaren Ereignisse, wie koronale Massenauswürfe (CMEs) oder hochenergetische Sonnenwindströme, sind die primären Treiber dieser terrestrischen Magnetfeldvariationen. Wenn diese Partikelwolken die Erde erreichen, komprimieren sie die Magnetosphäre auf der sonnenzugewandten Seite und dehnen sie auf der abgewandten Seite aus. Dies führt zu einer Rekonnexion von Magnetfeldlinien und dem Einschleusen von Energie in die Magnetosphäre.

Magnetische Stürme sind ein globales Phänomen, dessen Auswirkungen regional, auch in Würzburg, spürbar werden können, indem sie induzierte Ströme in elektrischen Leitern hervorrufen.

Geomagnetische phänomene und ihre ursachen

Solarphysikalische prozesse

Die Sonne ist der Ursprung magnetischer Stürme. Ihre Aktivität durchläuft einen etwa elfjährigen Zyklus, gekennzeichnet durch die Häufigkeit von Sonnenflecken, Flares und CMEs. Sonnenflares sind plötzliche, intensive Eruptionen von Strahlung von der Sonnenoberfläche, die zwar elektromagnetische Strahlung aussenden, jedoch nicht die Hauptursache für starke geomagnetische Stürme sind. Gravierender sind koronale Massenauswürfe, bei denen Milliarden Tonnen Plasma mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert bis über tausend Kilometern pro Sekunde ins All geschleudert werden.

Diese CMEs enthalten neben Plasma auch ein eigenes Magnetfeld. Trifft dieses Magnetfeld in der richtigen Orientierung (insbesondere mit einer südwärts gerichteten Komponente) auf das Erdmagnetfeld, kann dies eine effiziente Kopplung und damit eine starke Störung auslösen. Schnelle Sonnenwindströme aus koronalen Löchern können ebenfalls moderate, aber lang anhaltende geomagnetische Störungen verursachen.

Interaktion mit dem erdmagnetfeld

Das Erdmagnetfeld bildet eine Schutzhülle, die Magnetosphäre, welche die Erde vor dem kontinuierlichen Strom geladener Teilchen des Sonnenwindes schützt. Bei einem magnetischen Sturm trifft die Schockfront eines CMEs oder eines schnellen Sonnenwindstroms auf diese Magnetosphäre. Der anfängliche Druckanstieg führt zu einer kurzzeitigen Erhöhung des Magnetfeldes auf der Erdoberfläche, gefolgt von einer signifikanten Reduktion der Feldstärke, wenn die Störung vollständig in die Magnetosphäre eindringt und Ringströme generiert.

Diese dynamischen Prozesse führen zu einer komplexen Umverteilung von Energie und Plasma innerhalb der Magnetosphäre und Ionosphäre. Die ausgelösten Stromsysteme, insbesondere der äquatoriale Ringstrom und die Polarlichter erzeugenden Feld-aligned currents, sind die Hauptursachen für die beobachtbaren Magnetfeldvariationen an der Erdoberfläche. Die Stärke und Dauer dieser Interaktionen bestimmen die Intensität des geomagnetischen Sturms.

Messung und quantifizierung der geomagnetischen aktivität

Wichtige geomagnetische indizes

Zur Quantifizierung der geomagnetischen Aktivität werden verschiedene Indizes verwendet, die auf Messungen von Magnetometer-Netzwerken basieren. Der Kp-Index (planetarischer K-Index) ist ein globaler Index, der die maximale Störung der horizontalen Komponenten des Erdmagnetfeldes innerhalb von dreistündigen Intervallen auf einer Skala von 0 (sehr ruhig) bis 9 (extrem starker Sturm) beschreibt. Er wird aus Messungen von 13 Magnetobservatorien weltweit abgeleitet.

Ein weiterer wichtiger Index ist der Dst-Index (disturbance storm time index), der die Stärke des äquatorialen Ringstroms misst und die globale Abnahme des Magnetfeldes während der Hauptphase eines Sturms charakterisiert. Lokale K-Indizes werden von einzelnen Observatorien berechnet und geben die geomagnetische Aktivität an einem spezifischen Ort wieder. Obwohl Würzburg kein primäres geomagnetisches Observatorium beherbergt, können die regionalen Auswirkungen des Kp-Index oder lokaler Indizes benachbarter Observatorien Rückschlüsse auf die geomagnetische Aktivität in Würzburg zulassen.

Lokale auswirkungen und der k-index

Die Auswirkungen geomagnetischer Stürme manifestieren sich regional unterschiedlich, abhängig von der geomagnetischen Breite und der lokalen Geologie. In Würzburg, das in mittleren geomagnetischen Breiten liegt, sind die primären direkten Auswirkungen auf das sichtbare Polarlicht gering oder nicht existent. Jedoch sind die geomagnetisch induzierten Ströme (GICs) ein relevanter Aspekt. Diese Ströme entstehen, wenn Änderungen im Erdmagnetfeld elektrische Felder in der Erdoberfläche erzeugen, die wiederum Ströme in langen, elektrisch leitfähigen Systemen wie Stromnetzen, Pipelines oder Eisenbahnschienen induzieren.

Der lokale K-Index, wie er von Observatorien in Mitteleuropa ermittelt wird, liefert eine wichtige Kennzahl für die regionale Stärke der geomagnetischen Aktivität. Ein erhöhter K-Index deutet auf stärkere lokale Magnetfeldvariationen hin, die potenziell höhere GICs in der Infrastruktur von Würzburg und seiner Umgebung verursachen können.

Parameter der geomagnetischen aktivität
Parameter Beschreibung Skala Relevanz für Würzburg
Kp-Index Planetarischer K-Index, globaler Indikator der geomagnetischen Störung 0 bis 9 Globaler Kontext, gibt Stärke für mittlere Breiten wie Würzburg an
Dst-Index Index des äquatorialen Ringstroms, globale Feldstärkeabnahme nWerte (negativ bei Stürmen) Charakterisiert die Hauptphase globaler Stürme, indirekt für Würzburg
lokaler K-Index Messung der geomagnetischen Aktivität an einem spezifischen Observatorium 0 bis 9 Regionaler Indikator für GICs in der Würzburger Infrastruktur
dB/dt Rate der Magnetfeldänderung nT/min Direkt korreliert mit der Stärke induzierter elektrischer Felder und GICs

Auswirkungen magnetischer stürme in würzburg

Induzierte ströme und infrastruktur

In Würzburg, als Teil einer modernen Industrieregion, sind die wichtigsten Auswirkungen geomagnetischer Stürme auf die Infrastruktur durch geomagnetisch induzierte Ströme (GICs) zu erwarten. Diese Ströme können in langen, geerdeten Leitern wie Hochspannungsleitungen, Transformatoren, Erdgas- und Ölpipelines sowie Telekommunikationskabeln auftreten. GICs können Transformatoren überlasten, Sättigungseffekte verursachen und im Extremfall zu deren Beschädigung oder zum Ausfall von Stromnetzen führen.

Obwohl Würzburg keine extrem nördliche Lage hat, können starke geomagnetische Stürme auch in mittleren Breiten signifikante GICs erzeugen. Das lokale Stromnetz, das Eisenbahnnetz und andere leitfähige Infrastrukturen in und um Würzburg sind potenziell betroffen. Die Universität Würzburg, als technologisch fortschrittlicher Standort, ist sich dieser potenziellen Risiken bewusst und beteiligt sich an der Forschung zu Resilienz und Smart Grids.

Die Resilienz der Infrastruktur in Würzburg gegenüber geomagnetisch induzierten Strömen ist ein integraler Bestandteil der modernen Netzplanung und des Katastrophenschutzes.

Potenzielle einflüsse auf kommunikation und navigation

Magnetische Stürme können auch die Ionosphäre beeinflussen, die eine entscheidende Rolle für die Ausbreitung von Radio- und Satellitensignalen spielt. Störungen in der Ionosphäre können zu Problemen bei der Hochfrequenzkommunikation (Kurzwelle), bei der Satellitenkommunikation und bei globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) wie GPS, Galileo oder GLONASS führen. Für Würzburg bedeutet dies, dass Anwendungen, die auf präziser GNSS-Ortung basieren (z. B. Landwirtschaft, Logistik, autonome Systeme) oder die auf Funkkommunikation angewiesen sind, während starker Stürme mit reduzierter Genauigkeit oder Ausfällen rechnen müssen.

Die Flugsicherung, die Mobilfunknetze und andere kritische Kommunikationsinfrastrukturen in der Region sind auf eine stabile Ionosphäre angewiesen. Während normale Alltagsaktivitäten in Würzburg in der Regel nicht direkt betroffen sind, können spezialisierte Anwendungen und sicherheitskritische Systeme Beeinträchtigungen erfahren. Frühzeitige Warnsysteme sind hierbei entscheidend, um potenzielle Risiken zu minimieren.

Langfristige beobachtung und prävention

Die kontinuierliche Überwachung der Sonnenaktivität und des Erdmagnetfeldes ist essentiell, um Vorhersagen über magnetische Stürme treffen zu können. Nationale und internationale Weltraumwetterzentren prognostizieren geomagnetische Stürme auf Basis von Satellitendaten und bodengestützten Observatorien. Diese Informationen sind für Betreiber kritischer Infrastrukturen in Würzburg und weltweit von großer Bedeutung, um präventive Maßnahmen ergreifen zu können.

Präventive Maßnahmen können das temporäre Herunterfahren anfälliger Systeme, das Umschalten von Stromleitungen oder die Anpassung von Betriebsabläufen umfassen. Die Forschung an robusten Systemen und die Entwicklung widerstandsfähiger Technologien, die weniger anfällig für GICs und ionosphärische Störungen sind, ist ein aktives Feld. Die Anpassung lokaler Infrastrukturen in Würzburg an diese Erkenntnisse trägt maßgeblich zur Risikominimierung bei.

Forschung und überwachung

Globale netzwerke und lokale relevanz

Die Überwachung geomagnetischer Stürme erfolgt über ein globales Netzwerk von Observatorien und Satelliten. Daten von diesen Systemen werden verwendet, um Weltraumwettermodelle zu erstellen und Vorhersagen zu generieren. Obwohl Würzburg kein eigenständiges geomagnetisches Observatorium von globaler Bedeutung besitzt, profitiert die Region von diesen globalen Überwachungsnetzwerken. Lokale Forschungseinrichtungen, insbesondere an der Universität Würzburg, können sich mit den Auswirkungen auf regionale Systeme oder mit der Entwicklung von Technologien zur Minderung von Risiken befassen.

Die Relevanz für Würzburg liegt in der Fähigkeit, globale Weltraumwetterinformationen zu interpretieren und spezifische regionale Risikobewertungen durchzuführen. Dies beinhaltet die Analyse der potenziellen Belastung des Stromnetzes, der Kommunikationsinfrastruktur und anderer kritischer Systeme durch geomagnetisch induzierte Ströme. Die enge Verzahnung von globaler Forschung und lokaler Anwendung ist hierbei von entscheidender Bedeutung.

Datenanalyse für würzburg und die region

Für eine präzise Einschätzung der Auswirkungen von magnetischen Stürmen in Würzburg ist die Analyse regionaler geomagnetischer Daten notwendig. Während direkte Messungen vor Ort oft fehlen, können Daten von nahegelegenen Observatorien (z. B. Fürstenfeldbruck oder Wingst) herangezogen werden, um ein regionales Bild der geomagnetischen Feldvariationen zu erhalten. Diese Daten, kombiniert mit Informationen über die lokale Erdleitfähigkeit und die Topologie der Infrastruktur, ermöglichen eine Modellierung der induzierten Ströme.

Forschungsprojekte könnten sich auf die Entwicklung regionaler Modelle zur Vorhersage von GICs in der Würzburger Strom- und Pipeline-Infrastruktur konzentrieren. Solche Analysen tragen dazu bei, Schwachstellen zu identifizieren und Schutzmaßnahmen gezielt zu implementieren, wodurch die Widerstandsfähigkeit der Würzburger Infrastruktur gegenüber zukünftigen geomagnetischen Stürmen erhöht wird.

Magnetische Stürme in Würzburg
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