Stuttgart, Freitag, 13. Februar 2026 22:52:42

Magnetische Stürme in Stuttgart

200

Prognose für die aktuelle Zeit 21:52 13. Februar 2026

Null Aktivität
2.0 / 9

Magnetischer Sturm Vorhersage für 4 Tage

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
13 Fr. 2 1
14 Sa 3 3 2 3 2 3 3 4
15 ws 3 4 3 3 4 5 3 5
16 Mo 5

Magnetsturm-Skala

> 0
Null Aktivität
> 3
Kleine Störungen
> 5
Schwacher Sturm
> 6
Mäßiger Sturm
> 7
Starker Sturm
> 8
Sonnensturm
9
Extremer Sonnensturm

Sonnenaktivität in der vergangenen Woche

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 Fr. 1 2 2 3 4 4 4 3
07 Sa 4 3 3 3 2 3 3 4
08 ws 3 2 1 1 1 1 2 3
09 Mo 3 1 2 1 2 2 1 2
10 Di 1 1 1 3 2 2 3 4
11 fr 4 3 3 3 2 3 3 4
12 Do 3 3 2 3 1 3 1 2
13 Fr. 4 2 3 2 2 3

Magnetischer Sturmvorhersage für den Monat

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 0.7 1.7 2 3 3.7 4.3 4 3.3
07 3.7 3.3 3.3 2.7 2 2.7 2.7 3.7
08 2.7 2.3 1 1.3 1 1 2 3
09 2.7 1.3 1.7 1.3 1.7 2 1 2
10 1 0.7 1 2.7 2 1.7 2.7 4.3
11 4 3.3 3 3 2.3 3.3 3.3 4
12 2.7 2.7 2 2.7 1.3 2.7 1.3 1.7
13 4 2 2.7 2.3 1.7 3 2 1
14 3 2.7 2 2.7 2 2.7 2.7 3.7
15 2.7 4.3 2.7 3.3 4.3 4.7 3.3 4.7
16 4.7

Grundlagen magnetischer stürme

Das Phänomen des weltraumwetters

Magnetische Stürme, auch als geomagnetische Stürme bekannt, sind signifikante Störungen der Erdmagnetosphäre, die durch Energie- und Teilchenströme aus der Sonne verursacht werden. Diese Phänomene sind Teil des umfassenderen Konzepts des Weltraumwetters, das alle dynamischen Veränderungen im erdnahen Weltraum umfasst, die die Technologie und das Leben auf der Erde beeinflussen können. Die Sonne stößt kontinuierlich einen Strom geladener Teilchen aus, den Sonnenwind. Geomagnetische Stürme entstehen, wenn besonders intensive Eruptionen auf der Sonne, wie koronaler Massenauswürfe (CMEs) oder starke Sonneneruptionen (Flares), diese normalen Bedingungen erheblich stören.

Grundlagen magnetischer stürme

Sonnenaktivität und erde

Koronale Massenauswürfe transportieren riesige Mengen an Plasma und magnetischen Feldern ins All. Wenn eine solche Wolke die Erde erreicht, interagiert ihr magnetisches Feld mit dem Erdmagnetfeld. Die Richtung des interplanetaren Magnetfeldes (IMF) im CME ist entscheidend. Insbesondere wenn die Z-Komponente des IMF (Bz) nach Süden gerichtet ist, koppelt sie effektiv mit dem nach Norden gerichteten Erdmagnetfeld und ermöglicht einen massiven Energieeintrag in die Magnetosphäre. Dieser Prozess führt zu einer Kompression der Magnetosphäre auf der Tagseite und einer Ausdehnung auf der Nachtseite, was die typischen geomagnetischen Störungen hervorruft.

Die Wechselwirkung von Sonnenplasma mit der Erdmagnetosphäre demonstriert die untrennbare Verbindung zwischen kosmischen Ereignissen und terrestrischen Systemen.

Die Intensität eines geomagnetischen Sturms wird durch verschiedene Indizes quantifiziert, wobei der Kp-Index ein weit verbreiteter Maßstab ist, der die maximale geomagnetische Aktivität über einen dreistündigen Zeitraum anzeigt. Ein Kp-Wert von 5 oder höher wird als geomagnetischer Sturm eingestuft, während Werte von 7 bis 9 starke bis extreme Stürme kennzeichnen.

Auswirkungen auf die region stuttgart

Geomagnetisch induzierte ströme und infrastruktur

Stuttgart liegt auf etwa 48,8 Grad nördlicher Breite. Geomagnetische Stürme können geomagnetisch induzierte Ströme (GICs) in langen leitfähigen Strukturen wie Stromnetzen, Pipelines und Eisenbahnnetzen erzeugen. Diese GICs entstehen, weil die schnellen Änderungen im Erdmagnetfeld elektrische Felder an der Erdoberfläche induzieren. Obwohl Stuttgart nicht in den extrem hohen Breiten liegt, wo GICs am stärksten sind, können starke Stürme auch in mittleren Breiten signifikante Auswirkungen haben. Für die regionale Energieversorgung, etwa durch Unternehmen wie ENBW oder TransnetBW, stellt dies eine potenzielle Herausforderung dar, da Transformatoren überlastet oder beschädigt werden könnten, was zu lokalen oder regionalen Stromausfällen führen kann.

Navigation und kommunikation

Die moderne Infrastruktur in Stuttgart und Umgebung, einschließlich des Automobilsektors und der Hochtechnologieindustrie, ist stark auf präzise Satellitennavigation (GNSS/GPS) angewiesen. Geomagnetische Stürme können die Ionosphäre aufheizen und deren Dichte und Struktur verändern. Dies führt zu Verzerrungen und Fehlern in den Satellitensignalen, was die Genauigkeit der Positionsbestimmung stark beeinträchtigen kann. Auch Funkkommunikationssysteme, insbesondere im Kurzwellenbereich, können durch Ionosphärenstörungen gestört oder sogar komplett unterbrochen werden, was sich auf Notfalldienste, Luftfahrt und andere kritische Kommunikationswege auswirken könnte.

Die zunehmende Abhängigkeit moderner Gesellschaften von technologischen Systemen macht das Verständnis und die Vorhersage von Weltraumwetterereignissen unerlässlich.

Sichtbarkeit von polarlichtern

Obwohl Polarlichter primär in den Polarregionen zu beobachten sind, können während starker geomagnetischer Stürme diese faszinierenden Lichtphänomene auch in mittleren Breiten sichtbar werden. Bei einem Kp-Index von 7 oder höher, was einem G3-Sturm entspricht, bestehen gute Chancen, dass Polarlichter bei klarem Himmel und geringer Lichtverschmutzung auch in der Region Stuttgart gesichtet werden könnten. Solche seltenen Ereignisse bieten eine direkte, visuelle Manifestation der Wechselwirkung zwischen Sonne und Erde.

Messung und vorhersage geomagnetischer aktivität

Relevante parameter

Die Überwachung und Vorhersage geomagnetischer Stürme basiert auf der kontinuierlichen Messung verschiedener Parameter sowohl im Weltraum als auch auf der Erde. Parameter der Geoaktivität | Parameter | Beschreibung | Einheit | |---------------------|-------------------------------------------------------------------|-----------------| | Kp-Index | Globale geomagnetische Aktivität (3-Stunden-Intervall) | Dimensionslos (0-9)| | Dst-Index | Ringstromintensität (stündlicher Mittelwert) | nT | | Bz (IMF) | Z-Komponente des interplanetaren Magnetfeldes | nT | | Sonnenwind-Geschwindigkeit | Geschwindigkeit des Sonnenwinds | km/s | | Protonenfluss (>10 MeV) | Anzahl der energiereichen Protonen (Solar Proton Events) | Teilchen/(cm²·s·sr)| | Elektronenfluss (>2 MeV) | Anzahl der energiereichen Elektronen (Strahlungsgürtel) | Teilchen/(cm²·s·sr)|

Überwachungssysteme

Weltraumgestützte Sensoren, wie sie auf Satelliten wie ACE (Advanced Composition Explorer), DSCOVR (Deep Space Climate Observatory) und den GOES-Satelliten (Geostationary Operational Environmental Satellite) installiert sind, liefern Echtzeitdaten über den Sonnenwind und das interplanetare Magnetfeld. Diese Vorwarnsysteme sind entscheidend, da sie typischerweise 15 bis 60 Minuten Vorlaufzeit vor dem Eintreffen einer CME an der Erde ermöglichen. Ergänzend dazu erfassen bodengestützte Magnetometerstationen weltweit, darunter auch solche in Europa, die lokalen Änderungen des Erdmagnetfeldes und tragen zur Berechnung des Kp- und Dst-Index bei.

Eine effektive Weltraumwettervorhersage erfordert eine nahtlose Integration von satellitenbasierten Messungen und terrestrischen Observatorien.

Schutzmaßnahmen und forschung

Resilienz der netzwerke

Um die Anfälligkeit der Infrastruktur in Stuttgart und anderswo gegenüber geomagnetisch induzierten Strömen zu reduzieren, werden verschiedene Schutzmaßnahmen und Resilienzstrategien diskutiert und implementiert. Dazu gehören das Verständnis der GIC-Verteilungen in regionalen Stromnetzen, die Installation von Überwachungssystemen zur Messung von GICs und die Entwicklung von Betriebsprozeduren, die bei starken Stürmen eine Anpassung des Netzbetriebs ermöglichen. Hierbei sind Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen, Energieversorgern und Behörden von zentraler Bedeutung, um die Sicherheit kritischer Infrastrukturen zu gewährleisten.

Wissenschaftliche beiträge aus der region

Universitäten und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg, darunter auch in der Nähe von Stuttgart, spielen eine Rolle bei der Erforschung des Weltraumwetters und seiner Auswirkungen. Dies umfasst Arbeiten an Modellierungen der Ionosphäre und Magnetosphäre, Entwicklung neuer Sensortechnologien oder die Analyse von Daten geomagnetischer Stürme. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, die Vorhersagefähigkeiten zu verbessern und spezifische Risikobewertungen für die Region Stuttgart zu erstellen, um präventive Maßnahmen gegen potenzielle Störungen durch zukünftige magnetische Stürme zu entwickeln.

Magnetische Stürme in Stuttgart
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