Kassel, Freitag, 13. Februar 2026 22:54:02

Magnetische Stürme in Kassel

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Prognose für die aktuelle Zeit 21:54 13. Februar 2026

Null Aktivität
2.0 / 9

Magnetischer Sturm Vorhersage für 4 Tage

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
13 Fr. 2 1
14 Sa 3 3 2 3 2 3 3 4
15 ws 3 4 3 3 4 5 3 5
16 Mo 5

Magnetsturm-Skala

> 0
Null Aktivität
> 3
Kleine Störungen
> 5
Schwacher Sturm
> 6
Mäßiger Sturm
> 7
Starker Sturm
> 8
Sonnensturm
9
Extremer Sonnensturm

Sonnenaktivität in der vergangenen Woche

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 Fr. 1 2 2 3 4 4 4 3
07 Sa 4 3 3 3 2 3 3 4
08 ws 3 2 1 1 1 1 2 3
09 Mo 3 1 2 1 2 2 1 2
10 Di 1 1 1 3 2 2 3 4
11 fr 4 3 3 3 2 3 3 4
12 Do 3 3 2 3 1 3 1 2
13 Fr. 4 2 3 2 2 3

Magnetischer Sturmvorhersage für den Monat

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 0.7 1.7 2 3 3.7 4.3 4 3.3
07 3.7 3.3 3.3 2.7 2 2.7 2.7 3.7
08 2.7 2.3 1 1.3 1 1 2 3
09 2.7 1.3 1.7 1.3 1.7 2 1 2
10 1 0.7 1 2.7 2 1.7 2.7 4.3
11 4 3.3 3 3 2.3 3.3 3.3 4
12 2.7 2.7 2 2.7 1.3 2.7 1.3 1.7
13 4 2 2.7 2.3 1.7 3 2 1
14 3 2.7 2 2.7 2 2.7 2.7 3.7
15 2.7 4.3 2.7 3.3 4.3 4.7 3.3 4.7
16 4.7

Magnetische stürme und ihre entstehung

Sonnenwind und erdmagnetfeld

Magnetische Stürme, auch als geomagnetische Stürme bekannt, sind globale Phänomene, die durch die Interaktion energiereicher Partikelströme von der Sonne mit dem Magnetfeld der Erde verursacht werden. Die Sonne emittiert kontinuierlich einen Strom geladener Teilchen, den sogenannten Sonnenwind. Dieser Sonnenwind dehnt sich durch das Sonnensystem aus und wechselwirkt mit den Magnetfeldern der Planeten. Das Erdmagnetfeld dient als Schutzschild und lenkt die meisten dieser Partikel ab, schützt die Erdatmosphäre und die Oberfläche vor schädlicher Strahlung.

Die Dynamik der Sonne, insbesondere die Freisetzung von Plasma und Magnetfeldern, ist der primäre Treiber für die Variabilität des erdnahen Weltraumwetters.

Bei erhöhter Sonnenaktivität, insbesondere bei koronalen Massenauswürfen (CMEs) oder schnell fließenden Sonnenwindströmen aus koronalen Löchern, kann die Dichte und Geschwindigkeit des Sonnenwindes stark zunehmen. Treffen diese erhöhten Partikelströme auf das Erdmagnetfeld, wird dieses komprimiert und verzerrt, was zu einer Übertragung von Energie und Impuls in die Magnetosphäre führt. Diese Störung des Erdmagnetfeldes manifestiert sich als geomagnetischer Sturm.

Magnetische stürme und ihre entstehung

Koronaler massenauswurf

Koronale Massenauswürfe sind massive Eruptionen von Plasma und magnetischem Feld von der Sonnenkorona in den interplanetaren Raum. Wenn ein CME auf die Erde gerichtet ist, kann er innerhalb von ein bis drei Tagen eintreffen. Das in einem CME enthaltene Magnetfeld kann sich mit dem Magnetfeld der Erde verbinden (rekombinieren), falls die magnetischen Feldlinien entgegengesetzt ausgerichtet sind. Diese Rekonnexion ist ein entscheidender Mechanismus für die Übertragung von Energie vom Sonnenwind in die Magnetosphäre und ist die Hauptursache für die intensivsten geomagnetischen Stürme.

Klassifikation der stürme

Geomagnetische Stürme werden nach ihrer Intensität klassifiziert. Eine häufig verwendete Skala ist die G-Skala der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration), die von G1 (minor) bis G5 (extreme) reicht. Diese Klassifikation basiert auf dem Kp-Index, einem globalen Index der geomagnetischen Aktivität, der über einen dreistündigen Zeitraum gemessen wird. Höhere G-Werte bedeuten stärkere magnetische Störungen und potenziell größere Auswirkungen auf die Erdumgebung und Infrastruktur.

Auswirkungen geomagnetischer aktivität

Induzierte ströme

Einer der signifikantesten Effekte geomagnetischer Stürme sind geomagnetisch induzierte Ströme (GICs). Wenn sich das Erdmagnetfeld rasch ändert, induziert dies elektrische Felder in der Erdkruste, die wiederum Ströme in lang gestreckten elektrisch leitenden Systemen wie Stromnetzen, Pipelines und Kommunikationskabeln hervorrufen können. Diese GICs sind Gleichströme, die in Wechselstromnetze eindringen und dort zu einer Sättigung von Transformatoren führen können, was Überhitzung, Spannungsinstabilitäten und im schlimmsten Fall zu einem Netzzusammenbruch führen kann.

Die größte Bedrohung durch geomagnetische Stürme in modernen Industriegesellschaften liegt in den Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen, insbesondere auf elektrische Energieübertragungssysteme.

Beeinflussung von kommunikationssystemen

Geomagnetische Stürme können auch die Ionosphäre beeinflussen, die obere Schicht der Erdatmosphäre, die für die Reflexion von Radiofrequenzen wichtig ist. Störungen in der Ionosphäre können zu Ausfällen oder einer Verschlechterung der Kurzwellenkommunikation führen, die von Flugzeugen, Schiffen und einigen Militär- und Amateurfunkdiensten genutzt wird. Auch Satellitenkommunikation kann beeinträchtigt werden, da die Signale durch eine gestörte Ionosphäre oder durch Störungen der Satellitenelektronik selbst gestört werden können.

Navigation und satelliten

Moderne Navigationssysteme wie GPS (Global Positioning System) sind ebenfalls anfällig für geomagnetische Stürme. Die Signale von GPS-Satelliten müssen die Ionosphäre durchqueren. Änderungen in der Ionosphärendichte können die Laufzeit der Signale verzögern oder deren Richtung ändern, was zu Fehlern bei der Positionsbestimmung führt. Für hochpräzise Anwendungen kann dies problematisch sein. Darüber hinaus können Stürme die Elektronik von Satelliten direkt schädigen oder deren Umlaufbahnen durch erhöhten atmosphärischen Widerstand beeinflussen.

Messung und überwachung

Geomagnetische indizes

Die geomagnetische Aktivität wird weltweit durch ein Netzwerk von Observatorien überwacht. Wichtige Indizes umfassen:

  • Kp-Index Globale geomagnetische Aktivität, 3-stündlich
  • Dst-Index Stärke des Ringstroms, stündlich
  • AE-Index Aurora-Elektrojet-Aktivität, minutlich
  • Bz Komponente Nord-Süd-Richtung des interplanetaren Magnetfelds

Diese Indizes liefern ein umfassendes Bild der Stärke und Richtung der Störung des Erdmagnetfeldes und sind entscheidend für Weltraumwettervorhersagen und Warnungen.

Globale observatorien

Das globale Observatoriennetzwerk, koordiniert von Organisationen wie INTERMAGNET, sammelt kontinuierlich hochauflösende Daten über das Erdmagnetfeld. Diese Daten sind essenziell für die Erforschung der Geomagnetik und für die Echtzeit-Überwachung von geomagnetischen Stürmen. In Deutschland tragen Observatorien wie Wingst und Niemegk zu diesem globalen Netzwerk bei und liefern wichtige Referenzdaten für die Region.

Lokale messungen

Während in Kassel kein primäres geomagnetisches Observatorium existiert, ist die Stadt dennoch von den Auswirkungen globaler geomagnetischer Stürme betroffen. Die lokalen Auswirkungen können durch die räumliche Ausdehnung der elektrisch induzierten Felder von nahen Observatorien wie Niemegk abgeleitet werden. Zudem gibt es Möglichkeiten für Forschungseinrichtungen oder sogar interessierte Laien, lokale Variationen des Magnetfeldes zu messen, was jedoch keine offiziellen Vorhersagedaten liefert.

Kassel im kontext geomagnetischer stürme

Geografische lage

Kassel liegt in Mitteldeutschland und ist als Stadt im mitteleuropäischen Raum geomagnetischen Stürmen ausgesetzt, wie jede andere Region auf mittleren geografischen Breiten auch. Obwohl die stärksten Polarlichter in polaren Regionen auftreten, können bei starken Stürmen auch in Kassel schwache Polarlichter am nördlichen Horizont sichtbar sein. Wesentlicher sind jedoch die potenziellen Auswirkungen auf die Infrastruktur der Stadt, die nicht direkt von der Sichtbarkeit der Aurora abhängen.

Infrastrukturelle exponiertheit

Als moderne Stadt verfügt Kassel über eine umfangreiche Infrastruktur, die anfällig für geomagnetische Stürme sein kann. Dazu gehören:

  • Elektrische Stromnetze und Umspannwerke
  • Telekommunikationsleitungen und Glasfasernetze
  • GPS-basierte Systeme für Logistik und Transport
  • Industrielle Kontrollsysteme

Die Stabilität des lokalen Stromnetzes in Kassel, das Teil des nationalen und europäischen Verbundnetzes ist, könnte durch GICs beeinträchtigt werden, die von langen Übertragungsleitungen aufgefangen werden und in Umspannwerke in der Region einspeisen könnten.

Die Resilienz urbaner Infrastrukturen gegenüber externen Störungen wie geomagnetischen Stürmen ist ein zentrales Thema der modernen Katastrophenvorsorge.

Öffentliches bewusstsein

Das öffentliche Bewusstsein für geomagnetische Stürme und deren potenzielle Auswirkungen ist in Kassel, wie in vielen urbanen Zentren, oft gering. Während die Sichtung von Polarlichtern bei starken Stürmen Begeisterung hervorrufen kann, sind die weniger sichtbaren, aber potenziell kritischeren Auswirkungen auf Technologie und Infrastruktur weniger bekannt. Eine verstärkte Aufklärung über Weltraumwetter und dessen Implikationen könnte die städtische Widerstandsfähigkeit verbessern.

Potenzielle risiken und prävention in urbanen gebieten

Stromnetze und transformatoren

In Kassel könnten geomagnetisch induzierte Ströme (GICs) in den lokalen und regionalen Stromnetzen Probleme verursachen. Große Transformatoren in Umspannwerken sind besonders anfällig, da GICs zu deren Sättigung führen und eine Überhitzung oder sogar dauerhafte Schäden verursachen können. Dies könnte zu Stromausfällen führen, die weitreichende Folgen für Haushalte, Unternehmen und kritische Dienste in Kassel hätten.

Parameter zur Bewertung der Geoaktivität:

Parameter Einheit Relevanz
Kp-Index 0-9 Globale Stärke geomagnetischer Aktivität
Dst-Index nT Stärke des Ringstroms, Hauptindikator für Stormintensität
Bz (IMF) nT Nord-Süd-Richtung des interplanetaren Magnetfelds, entscheidend für Rekonnexion
Geschwindigkeit Sonnenwind km/s Geschwindigkeit der Plasmawolke, beeinflusst Stärke des Aufpralls
Protonenfluss partikel/cm²/s Dichte energiereicher Partikel, relevant für Strahlungsexposition

Datenübertragung und IT-systeme

Moderne Städte wie Kassel sind stark auf Datenübertragung und IT-Systeme angewiesen. Während Glasfaserkabel selbst nicht direkt von GICs betroffen sind, können die elektronischen Komponenten an ihren Endpunkten, wie Server und Router, anfällig sein, wenn sie durch das Stromnetz mit GICs in Kontakt kommen. Auch drahtlose Datenübertragungen können durch ionosphärische Störungen beeinträchtigt werden, was zu langsameren Verbindungen oder Ausfällen führen kann.

Vorsichtsmaßnahmen

Zur Minderung der Risiken von geomagnetischen Stürmen können verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehören:

  • Monitoring des Weltraumwetters und Frühwarnsysteme
  • Anpassung der Betriebsabläufe in Stromnetzen, z.B. vorübergehende Reduzierung der Last
  • Verstärkung kritischer Komponenten in Stromnetzen gegen GICs
  • Notfallpläne für den Fall von Infrastrukturausfällen
  • Schutz von Satelliten durch das Abschalten nicht benötigter Systeme

Durch proaktive Maßnahmen und ein besseres Verständnis der potenziellen Bedrohungen können die Auswirkungen geomagnetischer Stürme auf Kassel und ähnliche städtische Gebiete minimiert werden.

Magnetische Stürme in Kassel
4.8/5
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