Bayern, Freitag, 13. Februar 2026 22:51:10

Geomagnetische Aktivität in Bayern

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Prognose für die aktuelle Zeit 21:51 13. Februar 2026

Null Aktivität
2.0 / 9

Magnetischer Sturm Vorhersage für 4 Tage

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
13 Fr. 2 1
14 Sa 3 3 2 3 2 3 3 4
15 ws 3 4 3 3 4 5 3 5
16 Mo 5

Magnetsturm-Skala

> 0
Null Aktivität
> 3
Kleine Störungen
> 5
Schwacher Sturm
> 6
Mäßiger Sturm
> 7
Starker Sturm
> 8
Sonnensturm
9
Extremer Sonnensturm

Sonnenaktivität in der vergangenen Woche

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 Fr. 1 2 2 3 4 4 4 3
07 Sa 4 3 3 3 2 3 3 4
08 ws 3 2 1 1 1 1 2 3
09 Mo 3 1 2 1 2 2 1 2
10 Di 1 1 1 3 2 2 3 4
11 fr 4 3 3 3 2 3 3 4
12 Do 3 3 2 3 1 3 1 2
13 Fr. 4 2 3 2 2 3

Magnetischer Sturmvorhersage für den Monat

01:00 04:00 07:00 10:00 13:00 16:00 19:00 22:00
06 0.7 1.7 2 3 3.7 4.3 4 3.3
07 3.7 3.3 3.3 2.7 2 2.7 2.7 3.7
08 2.7 2.3 1 1.3 1 1 2 3
09 2.7 1.3 1.7 1.3 1.7 2 1 2
10 1 0.7 1 2.7 2 1.7 2.7 4.3
11 4 3.3 3 3 2.3 3.3 3.3 4
12 2.7 2.7 2 2.7 1.3 2.7 1.3 1.7
13 4 2 2.7 2.3 1.7 3 2 1
14 3 2.7 2 2.7 2 2.7 2.7 3.7
15 2.7 4.3 2.7 3.3 4.3 4.7 3.3 4.7
16 4.7

Geomagnetische grundlagen und ihre relevanz in Bayern

Das Erdmagnetfeld stellt eine fundamentale Schutzhülle dar, die das Leben auf unserem Planeten vor schädlicher kosmischer Strahlung und energiereichen Teilchen des Sonnenwindes bewahrt. In der Region Bayern ist die lokale Ausprägung dieses Feldes, charakterisiert durch seine Intensität, Deklination und Inklination, von kontinuierlichem wissenschaftlichem Interesse. Diese Parameter sind nicht statisch; sie unterliegen sowohl langfristigen säkularen Variationen, die sich über Jahrhunderte erstrecken, als auch kurzfristigen Fluktuationen, die durch extraterrestrische Ereignisse ausgelöst werden.

Geomagnetische grundlagen und ihre relevanz in Bayern

Das erdmagnetfeld in der region

Die geographische Position Bayerns, die es innerhalb der mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre verortet, bestimmt die spezifischen Eigenschaften des lokalen Erdmagnetfeldes. Hier ist die vertikale Komponente des Feldes signifikant, was Auswirkungen auf die Orientierung magnetischer Kompasse und die Erfassung von geomagnetischen Störungen hat. Die Deklination, der Winkel zwischen geographisch Nord und magnetisch Nord, variiert leicht über das bayerische Territorium und ändert sich zudem über die Zeit, ein Phänomen, das die präzise Kartierung und Navigation beeinflusst.

„Das Erdmagnetfeld in Bayern ist ein dynamisches System, dessen Feinheiten weitreichende Implikationen für Forschung und Infrastruktur besitzen.“

Die geomagnetische Feldstärke in Bayern liegt typischerweise im Bereich von etwa 49.000 bis 50.000 Nanotesla (nT), eine Größe, die ständig durch externe und interne Quellen moduliert wird. Externe Einflüsse stammen primär von der Sonne und den resultierenden Wechselwirkungen mit der Magnetosphäre, während interne Quellen im Erdkern liegen und für die säkularen Veränderungen verantwortlich sind.

Quellen geomagnetischer variabilität

Die primäre Ursache für die dynamischen Veränderungen des geomagnetischen Feldes sind die Aktivität der Sonne und die daraus resultierenden Effekte im interplanetaren Raum. Sonnenwind, ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen, trifft auf die Magnetosphäre der Erde und erzeugt komplexe magnetohydrodynamische Wechselwirkungen. Koronalmasseauswürfe (CMEs), massive Eruptionen von Plasma und magnetischem Feld von der Sonnenkorona, können bei direkter Ausrichtung auf die Erde geomagnetische Stürme auslösen. Diese Stürme führen zu globalen und regionalen Feldstörungen, die sich auch in Bayern bemerkbar machen.

Die Interaktion des Sonnenwindes mit der Magnetosphäre erzeugt verschiedene Stromsysteme, darunter den Ringstrom in der äquatorialen Magnetosphäre und die Auroral-Elektrojet-Systeme in den Polarregionen. Variationen in diesen Stromsystemen sind direkt für die beobachteten geomagnetischen Fluktuationen verantwortlich und können mit entsprechenden Messinstrumenten auf der Erdoberfläche, auch in Bayern, detektiert werden.

Messung und überwachung geomagnetischer aktivität

Die präzise Erfassung und kontinuierliche Überwachung geomagnetischer Aktivität ist essenziell, um sowohl die grundlegenden physikalischen Prozesse zu verstehen als auch potenzielle Auswirkungen auf technologische Systeme frühzeitig zu erkennen. In Bayern tragen verschiedene Einrichtungen zur Datenakquisition bei, die sowohl lokale als auch globale Phänomene abbilden.

Observatorien und messstationen in Bayern

Obwohl Bayern kein Observatorium mit einer globalen Referenzfunktion wie etwa Wingst oder Niemegk beherbergt, existieren regionale Messstationen, die hochauflösende Daten zur geomagnetischen Aktivität liefern. Diese Stationen nutzen in der Regel Fluxgate-Magnetometer, die minimale Veränderungen der Magnetfeldstärke und -richtung mit hoher Präzision erfassen können. Die gewonnenen Daten werden in Echtzeit analysiert und dienen als Grundlage für regionale Studien und als Beitrag zu internationalen Netzwerken zur Weltraumwetterbeobachtung.

„Regionale Messstationen sind entscheidend für die Lokalisierung und Charakterisierung geomagnetischer Phänomene, die spezifische Auswirkungen auf die bayerische Infrastruktur haben könnten.“

Die Positionierung dieser Stationen ist strategisch gewählt, um möglichst ungestörte Messungen zu gewährleisten, fernab von lokalen magnetischen Störquellen wie Hochspannungsleitungen oder größeren metallischen Strukturen. Dies ermöglicht die Erfassung der natürlichen Variabilität des Erdmagnetfeldes in der Region.

Parameter zur quantifizierung

Zur objektiven Beschreibung und Quantifizierung der geomagnetischen Aktivität werden international standardisierte Indizes verwendet. Diese Indizes fassen die komplexen Messdaten zusammen und ermöglichen einen Vergleich der Aktivität über verschiedene Zeiträume und Regionen hinweg.

Parameter Beschreibung Einheit Relevanz für Bayern
K-Index Quasi-logarithmischer Index der maximalen geomagnetischen Störung über drei Stunden 0-9 Indikator für lokale oder regionale Aktivität; Korrelation mit induzierten Strömen
Kp-Index Planetarischer K-Index, globaler Durchschnitt des K-Index 0-9 Globales Maß für die Magnetfeldstörung; bei hohen Werten können Auswirkungen in Bayern auftreten
Dst-Index Maß für die Stärke des Ringstroms in der äquatorialen Magnetosphäre nT Indikator für die globale Stärke eines geomagnetischen Sturms; beeinflusst die gesamte Magnetosphäre
Bz-Komponente Die vertikale Komponente des interplanetaren Magnetfelds (IMF) nT Entscheidend für die Kopplung des Sonnenwindes an die Magnetosphäre; negative Werte fördern Stürme

Der lokale K-Index, der an bayerischen Messstationen berechnet wird, gibt Aufschluss über die geomagnetische Aktivität, die direkt in der Region wahrgenommen wird. Ein hoher K-Index, beispielsweise über 5, deutet auf einen geomagnetischen Sturm hin, der potenziell Auswirkungen auf technische Systeme in Bayern haben kann.

Ursachen geomagnetischer störungen

Geomagnetische Störungen, oft als Weltraumwetterereignisse bezeichnet, sind das Resultat komplexer Wechselwirkungen zwischen der Sonne und der Erdmagnetosphäre. Das Verständnis ihrer Ursachen ist grundlegend für präzise Vorhersagen und Risikobewertungen.

Koronalmasseauswürfe und sonnenwindinteraktionen

Koronalmasseauswürfe (CMEs) sind die stärksten Treiber geomagnetischer Stürme. Wenn eine solche Wolke aus Plasma und Magnetfeld auf die Erde trifft, komprimiert sie die Magnetosphäre und überträgt Energie in sie. Insbesondere CMEs mit einer starken südlich ausgerichteten Bz-Komponente (siehe Tabelle oben) des innewohnenden Magnetfeldes können eine effiziente Rekonnexion mit dem Erdmagnetfeld hervorrufen, was zu einer massiven Energieübertragung und nachfolgenden Störungen führt.

„Die Richtung des interplanetaren Magnetfeldes ist ein kritischer Faktor bei der Bestimmung der Stärke und Dauer geomagnetischer Stürme.“

Neben CMEs können auch schnelle Ströme im Sonnenwind, die von koronalen Löchern auf der Sonnenoberfläche ausgehen, geomagnetische Störungen verursachen. Diese sogenannten "High-Speed Streams" (HSS) führen zu wiederkehrenden, moderaten Störungen, die als Co-rotating Interaction Regions (CIRs) bekannt sind. Auch wenn sie weniger extrem sind als CMEs, können sie über längere Zeiträume erhöhte geomagnetische Aktivität aufrechterhalten.

Substürme und magnetosphärische dynamik

Innerhalb der Erdmagnetosphäre führen die durch Sonnenwindinteraktionen initiierten Prozesse zu sogenannten Substürmen. Dies sind diskrete, zeitlich begrenzte Entladungen von Energie, die im magnetosphärischen Schweif gespeichert wurde. Substürme manifestieren sich in abrupten Änderungen der geomagnetischen Feldlinien und der Intensität von ionosphärischen Strömen. Obwohl Substürme typischerweise stärker in den Polarregionen ausgeprägt sind, können ihre Auswirkungen, insbesondere die damit verbundenen Änderungen des Ringstroms und der geoelektrischen Felder, auch in mittleren Breiten wie Bayern messbar sein.

Die Frequenz und Intensität von Substürmen hängen eng mit der allgemeinen Stärke des geomagnetischen Sturms zusammen. Sie tragen maßgeblich zur Akkumulation und Freisetzung von Energie in der Magnetosphäre bei und sind daher ein wichtiger Aspekt der geomagnetischen Dynamik, deren Fernwirkungen auch in Bayern beobachtet werden können.

Auswirkungen geomagnetischer aktivität in der region

Die geomagnetische Aktivität, insbesondere bei starken Stürmen, hat das Potenzial, verschiedene technische Systeme und Phänomene auf der Erdoberfläche zu beeinflussen. Obwohl Bayern weit von den Polarregionen entfernt ist, wo die Effekte am stärksten sind, bleiben bestimmte Auswirkungen relevant.

Einfluss auf technische infrastrukturen

Eine der bedeutendsten Auswirkungen starker geomagnetischer Stürme ist die Induktion von geoelektrischen Feldern und daraus resultierenden geomagnetisch induzierten Strömen (GICs) in langen, leitfähigen Infrastrukturen. Dazu gehören Stromnetze, Pipelines und Kommunikationskabel. In Bayern, mit seinem dichten Stromnetz und umfangreichen Gas- und Ölpipelines, können diese Ströme zu unkontrollierten Lastflüssen in Transformatoren führen, Sättigungseffekte verursachen und im Extremfall zu deren Beschädigung oder sogar zum Ausfall von Teilbereichen des Stromnetzes führen.

„Geomagnetisch induzierte Ströme stellen ein signifikantes, wenn auch seltenes, Risiko für die kritische Infrastruktur Bayerns dar.“

Darüber hinaus können geomagnetische Störungen die Funktionsweise von Satellitensystemen beeinträchtigen, die für Kommunikation, Navigation (z.B. GPS/GNSS) und Erdbeobachtung unerlässlich sind. Die gestörte Ionosphäre, in der sich die Radiowellen ausbreiten, kann zu Signalverzögerungen, -abschwächungen oder sogar zum Verlust von GPS-Signalen führen. Dies hat Auswirkungen auf präzise Vermessung, Landwirtschaft und Logistik in Bayern.

Phänomene am himmel

Während Polarlichter, die Aurora Borealis, typischerweise in hohen Breiten zu beobachten sind, können extrem starke geomagnetische Stürme dazu führen, dass die Aurorazonen sich äquatorwärts verschieben. In solchen seltenen Fällen ist es möglich, auch in Bayern, insbesondere in den nördlichen Teilen des Freistaats und bei klarem Nachthimmel, schwache Polarlichter zu beobachten. Diese Erscheinungen sind visuell faszinierend, dienen aber auch als Indikator für eine erhöhte Energieeintragung in die obere Atmosphäre.

Die Ionosphäre über Bayern reagiert auf die geomagnetische Aktivität mit Veränderungen ihrer Elektronendichte. Diese Änderungen beeinflussen die Ausbreitung von Kurzwellen und können somit den Funkverkehr stören, was für Amateurlfunk, militärische Kommunikation und andere Anwendungen relevant ist.

Forschung und prognose in Bayern

Die Fähigkeit, geomagnetische Aktivität vorherzusagen und ihre Auswirkungen zu mildern, ist ein zentrales Ziel der Weltraumwetterforschung. Auch in Bayern gibt es Bestrebungen, durch Forschung und technologische Weiterentwicklung zur Verbesserung der Prognosegenauigkeit beizutragen.

Aktuelle ansätze zur vorhersage

Die Vorhersage geomagnetischer Stürme basiert auf der kontinuierlichen Beobachtung der Sonne und des interplanetaren Raums. Satelliten wie SOHO, STEREO und ACE liefern wichtige Echtzeitdaten über Sonnenaktivität und den Zustand des Sonnenwindes. Diese Daten werden in komplexen numerischen Modellen verarbeitet, die die Ausbreitung von CMEs und die Interaktion des Sonnenwindes mit der Magnetosphäre simulieren.

In Bayern tragen Forschungsinstitutionen und Universitäten dazu bei, diese Modelle zu verfeinern und lokale Vorhersagemethoden zu entwickeln, die spezifisch auf die Gegebenheiten des bayerischen Stromnetzes und anderer Infrastrukturen zugeschnitten sind. Hierbei werden oft maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz eingesetzt, um Muster in den umfangreichen Daten zu erkennen und präzisere Vorhersagen zu ermöglichen.

Bedeutung für regionale sicherheit

Die Erkenntnisse aus der geomagnetischen Forschung und Weltraumwetterprognose haben direkte Relevanz für die regionale Sicherheit in Bayern. Die Betreiber kritischer Infrastrukturen, wie Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen, können durch frühzeitige Warnungen potenzielle Risiken minimieren. Dies kann durch präventive Maßnahmen wie die Anpassung von Betriebsmodi oder das temporäre Abschalten anfälliger Systeme geschehen.

„Eine robuste Weltraumwetterprognose ist ein integraler Bestandteil des modernen Risikomanagements für kritische Infrastrukturen in Bayern.“

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Katastrophenschutz ist hierbei entscheidend. Durch den Austausch von Daten und Expertise wird ein umfassendes Bild der potenziellen Bedrohungen und der besten Strategien zu deren Bewältigung geschaffen. Geomagnetische Aktivität in Bayern ist somit nicht nur ein astrophysikalisches Phänomen, sondern eine relevante Größe im Kontext der technologischen Resilienz und Sicherheit des Freistaats.

Geomagnetische Aktivität in Bayern
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